Die jüdische Toskana
Programm 7
Die Toskana ist reich an Orten, Bauwerken, Einrichtungsgegenständen und Archiven, die von den antiken Wurzeln der Anwesenheit der Juden und ihrer Kultur, sowie den tiefen Verflechtungen zeugen, die dieses Volk mit der Geschichte und dem Kulturgut verband und noch immer verbindet. Drei der interessantesten, in Italien heute noch aktiven Gemeinden sind: Livorno, Pisa und Florenz. Das Programm "Die jüdische Toskana" hat sich zum Ziel gesetzt, die Präsenz der jüdischen Kultur unter religiösem, menschlichem und historischem Aspekt zu erforschen. Die instand gehaltenen Synagogen, Museen und Friedhöfe stehen jedem offen, der die eigenen Wurzeln kennen lernen oder gründlich erforschen möchte, oder der sich der jüdischen Kultur in der Toskana nähern will.
Für die Teilnahme an diesem Programm sind Grundkenntnisse der italienischen Sprache notwendig.
Programm 7a
Livorno - Die ursprünglich sephardische Gemeinde entstand nach Erlass des Stadtgesetzes "Livornina" (1593, auf Verlangen von Ferdinando I de' Medici), welches eine Art Immunität für Juden und ihre Besitztümer vorsah. Die 1962 eingeweihte Synagoge, die in ihrem Inneren den wertvollen, holzgeschnitzten und vergoldeten "Aron" (1702 - Schrein zur Aufbewahrung der Thorarollen) beherbergt, sowie das Museum und der alte Teil des Friedhofs können besichtigt werden.
Pisa - Die Zeugnisse dieser Gemeinde reichen bis ins Mittelalter zurück. Sie wurde von Juden provenzalischen und spanischen Ursprungs gegründet. Der Ausflug beinhaltet den Besuch der 1863 vom Architekten Marco Treves restaurierten Synagoge und des Friedhofs, dem für die Geschichte des Judentums eine grundlegende Bedeutung zugeschrieben wird.
Florenz - Die Zeugnisse dieser Gemeinde gehen bis mindestens ins 15. Jh. zurück. Bei diesem Ausflug ist die Besichtigung des Tempio Maggiore (Haupttempel) - "der Emanzipation" genannt - der als freistehendes Bauwerk gedacht war und nicht mehr in den häuslichen Räumlichkeiten eingerichtet wurde, sowie der Besuch des Museums vorgesehen, das in einem großen Raum hinter dem mittleren Teil der Galerie untergebracht ist. Die Sammlung zeigt Gegenstände, die bei jüdischen Feierlichkeiten und im täglichen Leben benutzt wurden.
Programm 7b
Wegen des Reichtums an jüdischen Beständen in der Toskana kann der Ausflug auch für zwei Tage organisiert werden. Sie haben die Möglichkeit, die Synagoge und den Friedhof von Siena sowie die Stadt selbst zu besuchen. Außerdem werden Sie ein wenig Zeit in der Provinz Grosseto verbringen. In Pitigliano, "Zufluchtsort" genannt, dessen Gemeinde ab dem 16. Jh. beurkundet ist, sowie in Sorano und in Sovana sah man der Ankunft zahlreicher Juden entgegen, welche nach Ausstellung der antijüdischen Bulle von Papst Paul IV aus dem Kirchenstaat vertrieben wurden. Die Abfahrt ist für Sonntagmorgen und die Rückkehr für Montagabend vorgesehen.
Kultur- und Hobbyprogramm 7a
€ 276.00
einschließlich:
- 20 Programmstunden
- Führung
- Hin- und Rückfahrt mit dem Zug
Kultur- und Hobbyprogramm 7b
€ 312.00
einschließlich:
- Führung
- Übernachtung
- Hin- und Rückfahrt mit dem Auto